Start der Kindernotfallbetreuung in Ostholstein

21.04.2015

Im Mai startet die Kindernotfallbetreuung als erster Baustein zur Stärkung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf in Ostholstein. Die Dienstleistung wird bereits in anderen Regionen z.B. im Kreis Stormarn angeboten, unterscheidet sich jedoch von diesen.

 

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 „Auf Initiative von Stiftungen der Sparkasse Holstein im Zusammenwirken mit der Gesellschaft Familie und Beruf und der Bürger-Stiftung Ostholstein ist solch ein Konzept auch für Ostholstein erarbeitet worden“, berichtet Dr. Martin Lüdiger, Vorstandsvorsitzender der Sparkasse Holstein. „Wir haben dazu das Stormarner Konzept weiterentwickelt, es auf die strukturellen Gegebenheiten des Landkreises Ostholstein angepasst und dabei die Wünsche der Wirtschaft berücksichtigt. Die Kindernotfallbetreuung in Ostholstein ist der in Stormarn daher ähnlich, aber doch ganz anders“, so Dr. Lüdiger weiter. Charakteristisch für Ostholstein sind die vielen Handwerksbetriebe sowie eine hohe Anzahl an Beschäftigten in der Tourismus- und Gesundheitsbranche. Dies spiegelt sich auch in der Kindernotfallbetreuung wider. „So haben wir die Kostenstaffel für die Nutzung des Angebotes auf kleine und mittlere Unternehmen angepasst, die Inhaber der Betriebe können das Betreuungsangebot selbst nutzen und die Notfallbetreuung wird auch am Wochenende organisiert“, erläutert Dr. Lüdiger. „Ein nächster Schritt muss sein, auch die Betreuung pflegebedürftiger Familienangehöriger sicherzustellen.“

 

Landrat Sager freut sich über das zusätzliche Angebot für Arbeitgeber und Arbeitnehmer/-innen in Ostholstein. „Ich appelliere an alle Unternehmen dieses Angebot in Anspruch zu nehmen. Familienfreundlichkeit spielt bei der Gewinnung von Fachkräften eine immer bedeutendere Rolle. Mit einem entsprechenden Angebot können Arbeitgeber ihre Wirtschaftsposition stärken.“

„Die Notfallbetreuung bringt nicht nur konkreten Nutzen für uns als Arbeitgeber, sondern führt auch zur Steigerung der Mitarbeiterzufriedenheit“, erklärte Andreas Leicht, Aufsichtsratsvorsitzender der Familie und Beruf Ostholstein, „Es ist beruhigend zu wissen, dass in Notsituationen eine professionelle und verlässliche Kinderbetreuung vorhanden ist.“

Wie funktioniert die Notfallbetreuung?

Susanne Voß, Vorstandsvorsitzende der Lebenshilfe Ostholstein e.V. erläuterte: „Bei einer plötzlichen Erkrankung oder eines Kita-/Schulausfalls können Mitarbeiter/-innen über eine  für den Kreis Ostholstein einheitliche Rufnummer bei der Koordinierungsstelle eine Familienhelferin anfordern.“

Das Konzept sieht vor, dass innerhalb von maximal 2 Std. eine Familienhelferin vor Ort ist und die Betreuung übernimmt. Um die Zeit kurzweilig zu gestalten, bringen die Helferinnen einen Spielerucksack mit.

Die Eltern können dann häufig ohne Zeitverzug  ihrer Arbeit nachgehen. Kosten für die Eltern entstehen nicht.

Koordinierungsstellen sind sowohl bei der Lebenshilfe Ostholstein e.V. als auch beim Deutschen Kinderschutzbund Kreisverband Ostholstein e.V. eingerichtet. Sie wechseln sich mit der Koordinierung ab. Sie verfügen über einen Pool von qualifizierten Familienhelferinnen, auf die sie in den Notfallsituationen zurückgreifen können.

Die Kindernotfallbetreuung ist ein Zusatzangebot und steht allen Arbeitgebern und deren Arbeitnehmern und Arbeitnehmerinnen im Kreis Ostholstein zur Verfügung, die einen  Nutzungsvertrag mit der Familie und Beruf Ostholstein gGmbH abschließen.

In dieser Vereinbarung ist auch eine arbeitnehmeranzahlabhängige Vergütungsregelung enthalten.

 „Wir haben bereits mit mehr als 50 Unternehmen in Ostholstein Vorgespräche geführt. Eine grundsätzliche Bereitschaft zum Abschluss einer solchen Vereinbarung haben u.a. der HANSA-Park, die Landbäckerei Puck, die Firma Gollan, die Sparkasse Holstein, der Ferien- und Freizeitpark Weissenhäuser Strand, die Ostholsteiner, die Stadtwerke Neustadt, der reporter Neustadt, der Kreis Ostholstein und das Amt Ostholstein- Mitte signalisiert.“ So Wiebke Schiebold, Projektleiterin der Familie und Beruf Ostholstein gGmbH.

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 Fotos: Lübecker Nachrichten